Am 22. September findet jedes Jahr der World Marrow Donor Day (WMDD) statt. Der Aktionstag würdigt Menschen, die bereit sind, hämatopoetische Stammzellen für Patientinnen und Patienten zu spenden, die auf eine Stammzelltransplantation angewiesen sind. Gleichzeitig macht er auf die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit aufmerksam, die hinter jeder Stammzelltransplantation steht.
Der World Marrow Donor Day wurde von der World Marrow Donor Association (WMDA) ins Leben gerufen. Für die FamiCord Group ist dieser Tag auch eine Gelegenheit, einen Bereich ihrer Arbeit sichtbar zu machen, der über die Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazenta hinausgeht.
Seit zehn Jahren arbeitet FamiCord/PBKM mit DKMS, einer internationalen gemeinnützigen Organisation im Kampf gegen Blutkrebs, zusammen und unterstützt die Handhabung und Aufbereitung hämatopoetischer Stammzellprodukte, die aus Knochenmark und mobilisiertem peripherem Blut gewonnen werden. Diese Arbeit findet im Labor der FamiCord Group in Warschau statt. Von dort werden die Stammzellprodukte für ihren weiteren Weg zu Transplantationszentren und Patientinnen und Patienten in verschiedenen Ländern vorbereitet.
Internationale Zusammenarbeit für Stammzelltransplantationen
Eine Stammzelltransplantation ist häufig eine internationale Aufgabe. Spender und Empfänger können Tausende Kilometer voneinander entfernt leben. Neben der Suche nach einem geeigneten Spender braucht es deshalb eine enge Zusammenarbeit zwischen Spenderregistern, Entnahmezentren, Laboren, Kurierdiensten und Transplantationszentren.
Nach Angaben der World Marrow Donor Association ist bei etwa der Hälfte der Transplantationen mit nicht verwandten Spendern ein internationaler Austausch von Stammzellen erforderlich.
Die FamiCord Group ist Teil dieses internationalen Netzwerks. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit DKMS wurden über die Jahre Stammzellprodukte aus Knochenmark und peripherem Blut für den Transport in mehr als 40 Länder auf sechs Kontinenten vorbereitet.
Die meisten Produkte gingen in die USA (1’084), nach Deutschland (705), Polen (680), Italien (236), Frankreich (232) und Grossbritannien (185). Weitere Zielländer waren unter anderem die Niederlande, Kanada, Spanien, die Türkei, Belgien, Australien, Ungarn, Litauen und Schweden sowie weiter entfernte Länder wie Argentinien, Brasilien, Chile, Indien, Israel, Südafrika, Neuseeland und Uruguay.
Hinter jeder dieser Sendungen steht ein konkreter Patient, für den die Stammzellen bestimmt sind.
„Fast jeden Tag kommt ein internationaler Kurier in unser Labor in Warschau, um eine lebensrettende Sendung abzuholen, die für einen bestimmten Patienten irgendwo auf der Welt bestimmt ist. Für uns ist das tägliche Arbeit. Für die Person, die am anderen Ende dieser Reise wartet, kann sie eine Chance auf Behandlung und auf Leben bedeuten. Unsere zehnjährige Zusammenarbeit mit DKMS ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, was ‹More than a stem cell bank› in der Praxis bedeutet“, sagt Tomasz Baran, Chief Medical Officer der FamiCord Group.
Mehr als die Einlagerung von Stammzellen
Die FamiCord Group ist unter anderem auf die Einlagerung von Stammzellen aus Nabelschnurblut und Gewebe sowie auf die Herstellung von Arzneimitteln für neuartige Therapien, sogenannten Advanced Therapy Medicinal Products (ATMPs), spezialisiert.
Ihre Expertise und Infrastruktur kommen jedoch auch in weiteren Bereichen der Zellmedizin zum Einsatz. Die langjährige Zusammenarbeit mit DKMS zeigt beispielhaft, wie vorhandenes Know-how, Laborinfrastruktur und etablierte Prozesse auch das internationale Transplantationssystem unterstützen können.
Denn mit der Entnahme der Stammzellen beginnt eine komplexe Prozesskette. Aufbereitung, Qualitätskontrollen, Dokumentation, Logistik und eine termingerechte Lieferung an das Transplantationszentrum müssen präzise aufeinander abgestimmt sein. Bei internationalen Transplantationen geschieht dies teilweise über Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg, während der Empfänger bereits auf die Transplantation vorbereitet wird.
Die zehnjährige Zusammenarbeit mit DKMS ist damit ein Beispiel dafür, was der Anspruch „More than a stem cell bank“ für die FamiCord Group bedeutet: Die Tätigkeit der Gruppe reicht über die langfristige Einlagerung hinaus und umfasst verschiedene Bereiche der Zellmedizin und Transplantationsmedizin.
In der Schweiz gelagert, international vernetzt
FamiCord Suisse ist Teil der international tätigen FamiCord Group. Dadurch verbindet sich die Einlagerung von Stammzellen in der Schweiz mit der Erfahrung, Infrastruktur und Expertise einer Gruppe, die seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen der Zellmedizin tätig ist.
Die bei FamiCord Suisse eingelagerten Stammzellen werden sicher in der Schweiz aufbewahrt. Gleichzeitig steht hinter FamiCord Suisse ein internationales Netzwerk mit umfassender Erfahrung rund um Stammzellen, Zellverarbeitung und Transplantationsmedizin.
Der World Marrow Donor Day macht sichtbar, wie wichtig dieses Zusammenspiel aus lokaler Infrastruktur, medizinischer Expertise und internationaler Zusammenarbeit sein kann.